27. August 2026 – jannik

Spaß am Dienstag

Spaß am Dienstag, 1984-1992. „Spaß am Dienstag“ (auch bekannt als „Spaß am Dienstag mit Werner und Zini“) ist eine Magazin-Fernsehsendung der ARD, die zwischen 1984 und 1992 u.a. vom Westdeutschen Rundfunk produziert wurde und in welcher Zeichentrick- und Realfilme von verschiedenen Moderatoren und der videoanimierten Figur Zini präsentiert wurden. Die von Günter Dybus mit technisch verfremdeter Stimme gesprochene Kunstfigur ist ein sogenanntes „Wuslon aus der Familie der Elektroiden“, welches Regisseur und Drehbuchautor Peter Podehl bereits für die 54-teilige Vorgänger-Sendereihe „Spaß am Montag“ (1980–1983) erfand. Beide Reihen gehörten zu den erfolgreichsten Kindersendungen der 1980er Jahre.

Die erste von insgesamt 340 Episoden von „Spaß am Dienstag“ wurde am 3. Januar 1984 in der ARD ausgestrahlt. Unter dem Titel „Montagsspaß“ wurden zwischen 1980 und 1981 außerdem 20 Folgen der Vorgänger-Reihe „Spaß am Montag“ gesendet.

Konzept der Sendung

Das beliebte Fernsehmagazin für Kinder übernahm den Aufbau seines Vorgänger-Formats „Spaß am Montag“, welches seit 1980 von dem Schauspieler Thomas Naumann gemeinsam mit Zini moderiert wurde, und behielt diesen bis zur Absetzung im Jahr 19921) bei: Das ungleiche Moderationsduo (in den meisten Folgen Werner Koj und Zini) präsentiert hauptsächlich kurze Zeichentrickfilme, u.a. klassische Cartoons der Disney Studios, aber auch Fortsetzungsfilme in einer Studio-Kulisse mit einem Sofa und einem großen Monitor. Der menschliche Moderator interagiert mit dem durch Video-Tricktechnik animierten „Wuslon“ und es kommt zu unterhaltsamen Konflikten zwischen den Beiden.

Mehrfach wurde (auch bereits bei „Spaß am Montag“) erfolglos versucht, das Konzept der Sendung zu verändern und zB. andere Moderatoren und Figuren einzuführen, was jedoch an der großen Beliebtheit von Zini, welcher im Prinzip bloß einen animierten, sprechenden gelben Punkt darstellte, scheiterte. Ein weiterer Erfolgsfaktor der Sendung war wohl die Präsentation der auch bei älteren Kindern beliebten Disney-Cartoons, welche für die ARD jedoch immer teurer werdende Lizenzausgaben bedeuteten.

Hintergrund

1978 konzipierte die WDR-Redakteurin Monika Paetow gemeinsam mit Peter Podehl die Sendereihe „Spaß muss sein“ als Nachfolgeprogramm der von ihr seit 1972 verantworteten Sendung „Mischmasch“, ein im Nachmittagsprogramm der ARD ausgestrahltes Kinder- und Jugendmagazin, bei dem Podehl zuvor auch bereits Regie führte.

Nicht allzu tief in meinem Untergrund meldet sich eine Stimme: „Ist es wirklich erforderlich, einmal im Monat an einem Montag den Kleinen ein Sammelsurium von Bildern in die Stube zu senden?“ Aber im Niederschreiben denke ich, dass ich ja dazu beitragen könnte, dass es nicht ein Sammelsurium wird, sondern ein Magazin, das den Kindern Zusammenhänge mitteilt, Ein- und Aussichten. Bis hin zu […]: das Medium ist egal, durch das die Botschaft kommt. Zwischen solch hohem Anspruch und defaitistischer Ansicht stünde die Arbeit.

(Peter Podehl, Juni 19782))

„Spaß muss sein“ lief schließlich von Januar 1979 bis 1983 in der ARD als Rahmenprogramm für verschiedene Serien und Kurzfilme im Wechsel mit der Sendung „Montagsspaß“ (später „Spaß am Montag“) und stellte die Grundlage für die später nachfolgenden Formate dar. Moderiert wurden die ersten 77 Folgen des Magazins vom Hasen Cäsar (gespielt von Wolfgang Buresch). Podehl beeinflusste die Sendung und seine Nachfolgen entscheidend, schrieb die Drehbücher, inszenierte sie und nahm in enger Zusammenarbeit mit Monika Paetow und Dorothee Horn-Kämereit auch redaktionellen Einfluss. Nach wenigen Monaten wurde in der Redaktion des WDR bereits überlegt, wie man die Reihe in Zukunft ohne Cäsar fortführen könne, Buresch war zu dieser Zeit bereits eigentlich Redakteur beim NDR. Aufgrund von Differenzen zwischen den Sendeanstalten begann der WDR unabhängig von Buresch im Jahr 1980 das Format „Montagsspaß“ zu produzieren, während der NDR die Produktion „Spaß muss sein“ zunächst mit dem Hasen Cäsar fortsetzte.

Für „Spaß am Montag“ erfand Podehl den legendären gelben Punkt Zini, das Wuslon, gesprochen von Günter Dybus (bekannt als Sprecher für Die Sendung mit der Maus) und live während der Aufzeichnungen animiert durch die Bildmischerin Barbara McCormack. Die ersten fünf Folgen mit Zini wurden zwischen dem 29. September und 27. Oktober 1980 wöchentlich in der ARD erstausgestrahlt.

Weitere Informationen

  • Im Dezember 1981 drehte der WDR-Fernsehregisseur Günther Hassert einen dokumentarischen Werkfilm über die Produktion von „Spaß am Montag“, der unter dem Titel „Demnächst in diesem Kasten. Wie ‚Spaß am Montag‘ gemacht wird“ am 7. Januar 1982 erstausgestrahlt wurde. Moderiert wurde der Bericht von Redaktionsleiter Gert K. Müntefering.
  • Jan Böhmermann baute 2015 bis 2017 in mehreren Folgen seines Satiremagazins „Neo Magazin Royale“ Parodien von Zini ein und bescherte dem „Wuslon“ damit ein unerwartetes Comeback. Böhmermann bezeichnete Zini in diesen im analogen Fernsehstil der 1980er Jahre gestalteten Sketchen als „bekannten Mitarbeiter und großen Star des Ersten Deutschen Fernsehens“.3)

Weiterführende Artikel

1)
1993 gab es mit der kurzlebigen Nachfolgesendung „Spaß am Mittwoch“ einen letzten erfolglosen Versuch der ARD, das Format fortzusetzen.
2)
Podehl, Peter: TB 40 1978–79, S. 12.
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